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Schweizer Tierärzteschaft fordert eine Vergütung für die Behandlung von Findeltieren

Tierärztinnen und Tierärzte leisten bei Findeltieren regelmässig Nothilfe, ohne zu wissen, wer die Kosten trägt. So erbringen sie jedes Jahr unbezahlte Leistungen im öffentlichen Interesse. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) fordert eine nationale Lösung für die Finanzierung dieser Fälle.

Ein Auto fährt eine Katze an, eine Passantin bringt das verletzte Tier in die nächste Tierarztpraxis. Die Katze hat keinen Chip, so dass unklar ist, wem sie gehört. Der Tierarzt behandelt das Tier trotzdem. Die Kosten kann er jedoch niemanden verrechnen, denn nur wenige Gemeinden kommen für die Behandlungskosten von Findeltieren auf.

Die Behandlung von verletzten Findeltieren ist eine Leistung an die Öffentlichkeit, deren Kosten nicht auf die Tierärzteschaft als Leistungserbringerin abgewälzt werden dürfen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) unterstützt daher die Motion «Rechtssicherheit für Tierärzte und Tierärztinnen bei Fundtieren» von Nationalrätin Meret Schneider. Diese fordert, dass die Behandlungskosten von Findeltieren auf Bundesebene geregelt und von der Allgemeinheit übernommen werden.

Die GST erachtet eine entsprechende Regelung auf Bundesebene als wirksamer als Lösungen auf Kantons- oder Gemeindeebene. Nur so würde erreicht, dass die Tierärztinnen und Tierärzte in der ganzen Schweiz auf die gleiche Weise für ihren Dienst an der Allgemeinheit entschädigt werden.

Mit einer Regelung auf Kantons- oder Gemeindeebene entstünde hingegen ein Flickenteppich mit den unterschiedlichsten Lösungen, wie dies derzeit beim Chip-Obligatorium für Katzen der Fall ist. Das Bundesparlament hatte ein solches Obligatorium im Mai 2025 abgelehnt, nun führen es einige Kantone selbständig ein. Die GST würde auch hier eine schweizweite Lösung begrüssen.  Ein Chip-Obligatorium würde die Identifikation der Halterinnen und Halter verunfallter Katzen vereinfachen, so dass die Behandlungskosten nicht von Tierarztpraxen oder der Allgemeinheit getragen werden müssten.


Die GST – Am Puls der Veterinärbranche
Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) setzt sich für das Tierwohl, die Gesundheit von Tier und Mensch und die Sicherheit der Lebensmittel ein. Als Dachverband vertritt sie die Interessen von rund 4000 Tierärztinnen und Tierärzten aus allen Berufsfeldern der Veterinärmedizin. Als Stimme der Tierärztinnen und Tierärzte in der Schweiz bringt sich die GST im politischen Entscheidungsprozess ein. Sie unterstützt eine nachhaltige Gesundheitspolitik in Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt und einen gezielten und verantwortungsbewussten Einsatz von Tierarzneimitteln. Im Interesse der Tierärztinnen und Tierärzte engagiert sich die GST für gute Rahmenbedingungen für den Beruf und eine hohe Qualität der Weiterbildung.