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Stopfleber-Initiative: GST lehnt indirekten Gegenvorschlag grösstenteils ab und fordert Importverbot

Aus Sicht der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) reicht der indirekte Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)» nicht aus, um Tierleid wirksam zu verhindern.

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) begrüsst zwar, dass die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N) das Anliegen der Initiative «Ja zum Importverbot für Stopfleber» auf Gesetzesebene aufnehmen will und eine Deklarationspflicht sowie eine Beobachtungsphase für die Überwachung der Importe vorsieht. Diese Massnahmen sind ein Schritt in Richtung Transparenz und Sensibilisierung der Bevölkerung, reichen aber aus Sicht der GST nicht aus, um die betroffenen Tiere effektiv zu schützen.

Erfahrungen mit ähnlichen Fällen, etwa bei der Pelz-Initiative, zeigen, dass reine Deklarationspflichten schwer umsetzbar sind und kaum Wirkung entfalten. Ohne ein Importverbot muss deshalb davon ausgegangen werden, dass die mit der Herstellung von Stopfleber verbundene Tierquälerei von der Schweiz weiterhin indirekt unterstützt oder zumindest toleriert wird. Die GST fordert deshalb ein klares und vollständiges Importverbot für Stopfleber-Produkte.

Sollte der Gegenvorschlag wegen Ablehnung oder Rückzug der Initiative zum Tragen kommen und wird kein Importverbot vorgesehen, unterstützt die GST klar definierte, messbare Kriterien für das Monitoring der Importe sowie häufige Berichte, um eine nachvollziehbare Reduktion der Importe sowie die Reduktionsgründe feststellen zu können.

Mit zielgerichteten Massnahmen des Bundesrats sollen die Importe spätestens innerhalb von zehn Jahren auf ein Minimum reduziert werden. Dabei lehnt die GST mengenmässig oder zeitlich befristete Importbeschränkungen ab, da solche Regelungen wohl lediglich zu Umgehungseffekten führen würden.