Veterinärmedizinische Grundversorgung

(Stand 25.3.2020)

Grundsätzlich bleibt die zwingend notwendige tierärztliche Leistung auch nach dem Entscheid des Bundesrates vom 16.03.2020 bestehen und die Tierarztpraxen bleiben offen (siehe Medienmitteilung vom 17. März 2020). Tierärztinnen und Tierärzte sowie die Tiermedizinischen Praxisassistentinnen leisten weiterhin die Grundversorgung wie notwendige Untersuchungen und Behandlungen, Notfallversorgung, Futter- sowie Medikamentenverkauf. Alle nicht dringenden Behandlungen sollen verschoben werden.

Erste Priorität hat die Vermeidung einer Virusübertragung zwischen Menschen bei der Tätigkeit der Tierärzteschaft. Gleichzeitig soll die tierärztliche Versorgung aufrechterhalten werden. Auch bei der tierärztlichen Tätigkeit sind die Verhaltens- und Hygieneregeln des BAG strikt zu befolgen.

Die Fachsektionen SVK, SVPM, SVW und SVSM haben in Zusammenarbeit mit der GST Empfehlungen für die Organisation der Tierarztpraxis/-klinik währen der Corona-Krise erarbeitet.

Welche Behandlungen sollen aus der Sicht «veterinärmedizinische Grundversorgung» aktuell noch durchgeführt werden?

  • Die Grundsätze des Tierschutzes sollen eingehalten werden. Jegliches Tierleid, sowie Folgeschäden aufgrund von verzögerten prophylaktischen oder therapeutischen Behandlungen sollen vermieden werden.
  • Alle der Zoonoseprophylaxe und dem Schutz der Öffentlichkeit dienlichen Massnahmen sind zu ergreifen.
  • Betriebswirtschaftliche Folgeschäden in der Landwirtschaft sind ebenfalls bei der Beurteilung der Dringlichkeit bestmöglich zu berücksichtigen.
  • Ob eine Behandlung als kurzfristig (z.B. sofortige Operation), mittelfristig (z.B. Aufbauen einer Immunität) oder langfristig (z.B. Vermeiden einer Überpopulation) notwendig anzusehen ist, liegt in der Kompetenz des einzelnen Tierarztes.

Bei bestehenden Uneinigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern betreffend die Dringlichkeit einer Behandlung soll das Gespräch gesucht werden. Gerade in dieser Ausnahmesituation ist ein guter Dialog sowie Solidarität und gegenseitiges Verständnis wichtig. Hilfreich ist, sich über die Elemente, die in die Beurteilung der Dringlichkeit einfliessen, Klarheit zu verschaffen.

Weisungen des BLV (nach unten Scrollen – Kapitel Tierärztinnen und Tierärzte)
Medienmitteilung der World Organisation for Animal Health 

Ist eine «digitale Beratung» zulässig?

Alternative Systeme dürfen eingesetzt werden, falls diese zur Sicherstellung der Grundversorgung der Patienten beitragen. (z.B. Beratungen per Video oder Telemedizin mittels spezieller Software). Die GST empfiehlt den Aufwand für solche Konsultationen entsprechend zu verrechnen.

Darf in der aktuellen Situation die Arbeit verweigert werden?

Es besteht kein Anspruch wegen Angst vor einer Ansteckung freigestellt zu werden oder Home-Office zu machen (mit Ausnahme von Risikogruppen, bei Kinderbetreuung, Quarantäne etc.). Die gegenseitige Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss stattfinden – beide haben ein Interesse an einer Nicht-Ansteckung für die Weiterführung des Betriebes.

Weitere Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen

Die Empfehlungen der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) wurden in Absprache mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV sowie den Fachsektionen SVK, SVW, SVSM, STVV, SVWZH, SVGM und SVPM erstellt.

Bei oben genannten Punkten handelt es sich lediglich um Empfehlungen und keine bindenden Vorschriften. Die Umsetzung der Weisungen des Bundes obliegt weiterhin den Kantonen. Die Auslegung der oben genannten Begriffe können von Fachsektionen aus diversen Gründen individuell noch genauer definiert werden.

 
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