Informationen für Tierarztpraxen und -kliniken

Organisation der Tierarztpraxis / -klinik

Merkblatt der SVK: Empfehlungen für Kleintierpraxen und -kliniken
Merkblatt der SVPM: Empfehlungen für Pferdepraxen und -kliniken
Merblatt der SVW / SVSM: Empfehlungen für Nutztierärzte

Coronavirus-Check

Sie haben Symptome und sind unsicher, wie Sie sich verhalten sollen? Beantworten Sie alle Fragen im Check bestmöglich. So erhalten Sie am Ende unsere Handlungsempfehlung.

Coronavirus-Check

Arbeitsrecht

(Auszug aus dem GST-Newsletter vom 4.3.2020)

In arbeitsrechtlicher Hinsicht sind folgende Punkte zu beachten:

Wann dürfen Angestellte die Arbeit verweigern?
Arbeitnehmer dürfen mit dem blossen Hinweis auf eine abstrakte Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz die Arbeit nicht verweigern. Es müssen klare Anhaltspunkte vorliegen, die für eine erhöhte Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz sprechen, damit ein Arbeitnehmer berechtigterweise vom Arbeitsplatz fernbleiben darf. Liegen solche Anhaltspunkte für eine erhöhte Ansteckungsgefahr vor, so hat der Arbeitgeber die nötigen und zumutbaren Schutzmassnahmen zu treffen. Wie weit diese Massnahmen reichen, hängt nicht nur von der allgemeinen Bedrohungslage ab, sondern auch vom Einzelfall (Art des Betriebs, Art der Arbeit, Aussenkontakt, Arbeitsort etc.). Solange die Angestellten arbeitsfähig sind und bei ihnen kein Verdacht einer Ansteckung besteht oder eine tatsächliche Erkrankung vorliegt, ist das Arbeitsverhältnis wie gewohnt fortzuführen.

Muss der Arbeitgeber den Lohn fortzahlen?
Bei begründeter Arbeitsverweigerung, zum Beispiel infolge einer konkreten behördlichen Anordnung (z.B. individuelle Anordnung einer Quarantäne) oder weil der Arbeitgeber die nötigen Schutzmassnahmen nicht trifft, muss bzw. darf der Angestellte zuhause bleiben und von der Arbeit fernbleiben; dies bei voller Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Bei einer ärztlich angeordneten Quarantäne besteht unter Umständen ein Anspruch auf eine Erwerbsausfallsentschädigung (EO). Zuständig sind die Ausgleichskassen. Von Angestellten in Quarantäne kann der Arbeitgeber Home-Office verlangen, soweit zumutbar und umsetzbar. Die Anordnung des Arbeitgebers, während einer Quarantäne Ferien zu beziehen, ist nicht zulässig. Die angeordnete Kompensation von Überstunden ist strittig.

Was, wenn sich die Angestellten auf dem Arbeitsweg im ÖV anstecken könnten?
Auch hier gilt, dass mit dem blossen Hinweis auf die Ansteckungsgefahr im ÖV die Arbeitnehmer nicht vom Arbeitsplatz fernbleiben dürfen. Erst wenn konkrete Anhaltspunkte für eine erhöhte Ansteckungsgefahr im ÖV bestehen, darf der Arbeitnehmer unter Umständen die Arbeit verweigern. Allerdings nur, wenn er seinen Arbeitsplatz nicht auch durch andere Verkehrsmittel in zumutbarer Zeit erreichen kann.

Was, wenn der öffentliche Verkehr vollständig oder teilweise ausfällt?
Wenn der öffentliche Verkehr vollständig oder teilweise ausfällt, trägt grundsätzlich der Arbeitgeber das Risiko der Lohnfortzahlung. Aber auch hier muss jeder Einzelfall gesondert beurteilt werden. Ist die Verwendung eines alternativen Verkehrsmittels durch den Arbeitnehmer zumutbar, so muss er sich darauf behaften lassen.

Was gilt, wenn ein Angestellter sein Kind aufgrund eines Verdachtsfalls oder einer Erkrankung betreuen muss?
Für die Pflege und Betreuung von kranken Kindern haben Eltern Anspruch auf je max. drei freie Tage bei voller Lohnfortzahlung. Für Kinder, die auf Eigeninitiative hin zuhause betreut werden, aber nicht krank sind, besteht kein gesetzlicher Lohnfortzahlungsanspruch. Die Eltern müssen sich um eine Ersatzbetreuung bemühen und sind nach wie vor verpflichtet, bei der Arbeit zu erscheinen. Eine Arbeitsverweigerung kann unter Umständen zu einer fristlosen Kündigung führen. Werden Schulen und Kindergärten auf behördliche Anordnung hin geschlossen und müssen die Kinder zuhause betreut werden, besteht hingegen ein zeitlich beschränkter Lohnfortzahlungsanspruch.

Weitere Informationen
Im FAQ «Pandemie und Betriebe» des SECO finden Sie weitere Ausführungen zu betrieblichen und arbeitsrechtlichen Fragen in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus.

Kurzarbeit

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Das Ziel der Kurzarbeit ist, Arbeitsplätze zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Unternehmen können die Arbeitszeit der Mitarbeitenden vorübergehend reduzieren oder ganz einstellen. Der Verdienstausfall wird dabei durch die Arbeitslosenkasse getragen.
Der Vorteil für die Arbeitgeberin ist, dass sie für eine begrenzte Zeit einen Umsatzausfall überbrücken kann, ohne Arbeitnehmer/innen zu entlassen (und später Neue zu suchen). Der Vorteil für Arbeitnehmer/innen ist, dass sie ihre Arbeitsstelle bewahren und ihr Einkommen sichern können.

Infoline für Unternehmen (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO)
Montag bis Freitag, 07.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Tel. 058 462 00 66
E-Mail: coronavirus(at)seco.admin.ch

Wichtige Links:
www.seco.admin.ch
Broschüre SECO zu Kurzarbeit
Informationen zur Anmeldung (Formular) und zur Abrechnung

Wie melde ich Kurzarbeit an?
Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss die geplante Kurzarbeit schriftlich voranmelden, und zwar aufgrund der besonderen aktuellen Lage nur 3 Tage vor Beginn der Kurzarbeit beim Kanton (https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus.html). Arbeitnehmer/innen müssen selber nichts unternehmen. Nach Eingang der Voranmeldung prüft der Kanton, ob alle Voraussetzungen für die Kurzarbeit erfüllt sind und ob sie tatsächlich dem Erhalt der Arbeitsplätze dient.

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?
Grundsätzlich haben Arbeitnehmer/innen einen Anspruch, wenn sie in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen.

Die kantonalen Ämter haben im Rahmen des Massnahmenpakets des Bundesrats das Bewilligungsverfahren zur Kurzarbeit vereinfacht und die Anspruchsberechtigung erweitert. So haben neu folgende Personen bei Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

  • Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen;
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit;
  • Personen in einem Lehrverhältnis;
  • Personen, die im Betrieb des Ehegatten oder des eingetragenen Partners arbeiten;
  • Personen in einem arbeitgeberähnlichen Angestelltenverhältnis (Bsp. GmbH- Gesellschafter);
  • Besonders gefährdete Angestellte im Sinne der COVID-19-Verordnung 2.

Wer hat KEINEN Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung / besondere Fälle von Kurzarbeit?
Arbeitnehmer/innen in der Kündigungsfrist sind von der Kurzarbeit ausgenommen – dabei ist es unerheblich, welche Seite gekündigt hat. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer/innen einen Anspruch, wenn sie in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen.

Müssen die Arbeitnehmer/innen Kurzarbeit annehmen?
Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber muss bei den Arbeitnehmer/innen die Zustimmung für die Kurzarbeit schriftlich einholen. Diese haben das Recht, die Kurzarbeit abzulehnen. Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber muss dann weiterhin den vollen Lohn gemäss Arbeitsvertrag auszahlen. Das Kündigungsrecht beider Parteien bleibt aber erhalten.

Wie wird die Kurzarbeitsentschädigung berechnet?
Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin hält die Reduktion für die Arbeitnehmer/innen fest. Für diese Reduktion bzw. Arbeitsausfall erhalten Sie eine Kurzarbeitsentschädigung. Diese beträgt 80 % des Verdienstausfalls, d.h. 80 % des wegfallenden Lohns.

Beispiel: Bei eine TPA, welche zu 100% angestellt ist, wird eine Reduktion von 50% angemeldet. Sie erhält weiterhin Lohn für 50% von Ihrem Arbeitgeber. Von den wegfallenden 50% erhält sie wiederum 80% (Achtung: zuzüglich Kinder- und Ausbildungszulagen). Total erhält sie also 90% von ihrem normalen Lohn.

Als Grundlage dient der für die AHV-Abzüge massgebliche Lohn, inkl. 13. Monatslohn.

Müssen Überstunden/Überzeit vorher abgebaut werden?
Mehrstunden (Überstunden und Überzeit) müssen nicht mehr abgebaut werden bevor eine Kurzarbeitsentschädigung beantragt werden kann.

Wie lange dauert es bis die Kurzarbeitsentschädigung entrichtet wird?
Die Karenzfrist wurde aufgehoben. Das heisst, die Kurzarbeitsentschädigung wird ab dem Tag der Bewilligung entrichtet.

Beiträge für Sozialversicherungen
Die Kurzarbeit hat keinen Einfluss auf die Beiträge für Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV, Unfallversicherung, Familienausgleichskasse, berufliche Vorsorge etc.) – diese werden weiterhin auf den normalen Lohn berechnet und es werden die vollen Beiträge bezahlt.

Bürgschaftsgenossenschaften

(Stand 20.3.2020, 14.00 Uhr)

Spezialregime Bürgschaften für KMU
Der Bundesrat hat am 13. März 2020 zur Unterstützung von KMU in Liquiditätsschwierigkei-ten aufgrund des Coronavirus das Spezialregime Bürgschaftswesen beschlossen. Den KMU mit finanziellen Engpässen stehen ab sofort bis zu 580 Millionen Franken an verbürgten Bankkrediten zur Verfügung. Gestützt auf das Bundesgesetz über die Finanzhilfen an Bürg-schaftsorganisationen für KMU können vier anerkannte Bürgschaftsorganisationen Unter-nehmen jeder Grösse Bürgschaften bis zu eine Million Franken gewähren. Die mittels Bürg-schaften erhaltenen Bankkredite müssen zurückbezahlt werden. Der Bundesrat erleichtert zudem die Bedingungen für eine Bürgschaft. Bis Ende 2020 will er für neue Bürgschaften die einmaligen Gesuchprüfungskosten und die Risikoprämien der Unternehmen für das erste Bürgschaftsjahr übernehmen.

Wichtig:
Da Bürgschaften zum Zweck eines Bankkredits gesprochen werden, ist es ratsam sich zuerst an ein Finanzinstitut zu wenden, bevor mit einer Bürgschaftsorganisation Kontakt aufgenommen wird. Dies beschleunigt das Genehmigungsverfahren.

www.seco.admin.ch
Merkblatt: Spezialregime Bürgschaftswesen

Informationen für Lehrbetriebe

Die aktuelle Situation wirkt sich stark auf die Berufsbildung aus und führt insbesondere zu zahlreichen Vollzugsfragen. Die Verbundpartner der Berufsbildung (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) haben sich auf ein gemeinsames, nationales Vorgehen geeinigt. 

Das neue Coronavirus wirkt sich auch auf die Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung («Lehrabschlussprüfungen») aus. Die Berufslernenden sollen trotz Corona-Virus wie in den Vorjahren ihren Lehrabschluss mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis bzw. einem eidg. Berufsattest realisieren können. Dies gilt auch für die Berufsmaturität. Die Arbeiten für ein national abgestimmtes und auf die gegebenen Umstände angepasstes Verfahren laufen auf Hochtouren.

Jeweils aktuelle Informationen des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Ansprechpartner für Lehrbetriebe: Kantonales Berufsbildungsamt

 
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