Informationen für Tierarztpraxen und -kliniken

Coronavirus: Aktuelle Lage

Die vom Bundesrat per 1. März beschlossenen Lockerungen haben keine Auswirkungen auf die tierärztlichen Tätigkeiten. Weiterhin ist das Einhalten der Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG entscheidend. Für Tierärztinnen und Tierärzte sind aufgrund der neuen Entwicklung beim Coronavirus insbesondere die folgenden Informationen wichtig:

  • Bezüglich Behandlungen gibt es zurzeit keine Vorgaben. Alle Behandlungen von Tieren sind möglich. Eventuelle Einschränkungen liegen im eigenen Ermessen der Praxisleitung.
  •  Läden mit Waren des nicht-täglichen Bedarfs: Alle Läden können ab 1.3.2021 wieder öffnen - das heisst, es dürfen in den Pet-Shops sämtliche Produkte verkauft werden.
  • Home-Office-Pflicht und Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz: Die Arbeitgeber sind weiterhin verpflichtet, Home-Office überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Für Mitarbeitende, für welche kein Home-Office möglich ist, sind weitere Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz nötig. Darunter fällt z. B. die Maskenpflicht in allen Aussenbereichen und Innenräumen, wo sich mehr als eine Person aufhält, sowie die physische Trennung unter Mitarbeitenden und getrennte Teams.
  • Schutz besonders gefährdeter Personen: Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu wird das Recht auf Home-Office oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt. Bei einer Beurlaubung besteht i.d.R. ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz. Detailliertere Informationen sind im aktuellen Schutzkonzept der GST zu finden. Auch schwangere Frauen gehörten in die Gruppe der besonders gefährdeten Personen.
  • Kurzarbeitsentschädigung: Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung wurde vom Bundesrat per 20. Januar 2021 auf weitere Anspruchsgruppen ausgeweitet (z.Bsp. Mitarbeitende auf Abruf und Lernende).
  • Schutzkonzept: Alle öffentlich zugänglichen Orte, darunter fallen auch Tierarztpraxen, müssen über ein individuelles Schutzkonzept verfügen. Es kann das Branchen-Schutzkonzept der GST für Tierarztpraxen verwendet werden.

Die gesammelten Links zu den kantonalen Informationsangeboten sind auf der Webseite www.ch.ch zu finden.

Branchen-Schutzkonzept für Tierarztpraxen

Die GST hat die Empfehlungen zu den Schutzkonzepten für Tierarztpraxen der aktuellen Situation mit den kontinuierlich ansteigenden Fallzahlen angepasst.

Beim von der GST publizierten Schutzkonzept handelt es sich um eine Branchenempfehlung. Jede Praxis muss ihr eigenes Schutzkonzept den individuellen Gegebenheiten und Risiken anpassen. Die Branchenempfehlungen richten sich nach der aktuellen Situation im Zusammenhang mit den Covid-19-Infektionen in der Schweiz und können je nach Entwicklung angepasst werden. Die Kompetenz zum Erlass von Schutzmassnahmen liegt primär bei den Kantonen. Wir empfehlen unseren Mitgliedern daher, sich regelmässig über allfällige Massnahmen in ihrem Kanton zu informieren.

Vorgehensweise bei positiv getesteten Angestellten und bei Verdachtsfällen

Für Tierarztpraxen und -kliniken ist der Umgang mit auf COVID-19 positiv getesteten Angestellten oftmals mit Unsicherheiten verbunden. Dasselbe gilt bei Mitarbeitenden, bei denen das erhöhte Risiko einer Erkrankung besteht, weil sie mit einer positiv getes-teten Person physisch in Kontakt standen. Im Zuge der deutlichen Zunahme der tägli-chen Infektionszahlen werden immer mehr Personen auf ärztliche oder behördliche An-ordnung hin in Quarantäne oder Isolation versetzt. Dies trifft auch Arbeitnehmende und damit Tierarztpraxen. Im FAQ COVID-19 finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Quarantäne- und Isolationsmassnahmen.

Ausnahmen von der Quarantänepflicht für Tierärztinnen und Tierärzte?
In der Veterinärmedizin, insbesondere in der Nutztierpraxis, könnte in den Randregionen zufolge einer Quarantäneanordnung im Einzelfall eine akute Unterversorgung beim Notfalldienst entstehen. So besteht das Bedürfnis nach einer Ausnahmeregelung von der Quarantänepflicht. Gemäss der letzten Stellungnahme von Dr. med. Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, anlässlich des «Point de Presse» vom 3. November 2020, sind Ausnahmen von den Quarantänen möglichst zurückhaltend anzuwenden. Dies gilt auch für das Gesundheitswesen und den Veterinärbereich. Massgeblich sind grundsätzlich die Empfehlungen des Bundes zum Umgang mit erkrankten Personen und Kontakten, die sich auf Beurteilungen von BAG, Kantonsärzteschaft und Scientific Task Force abstützen. Die Anordnung einer Quarantäne und mögliche Ausnahmen hierzu liegen einzig in der Kompetenz der zuständigen kantonalen Gesundheitsämter bzw. des Kantonsarztamts. Im Einzelnen sind somit Ausnahmen von der Quarantäne mit der zuständigen kantonalen Behörde zu diskutieren. Für die Tierärzteschaft gibt es jedoch keine generelle Ausnahmeregelung von der Quarantänepflicht.

Covid-19 und Schwangerschaft

Schwangere Frauen fallen in die Risikogruppe der besonders gefährdeten Personen. Für sie besteht ein Recht auf Homeoffice. Wo Heimarbeit nicht möglich ist, gilt ein erhöhter Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung unter Lohnfortzahlung. Es kann Corona-Erwerbsersatz beantragt werden. Mehr erfahren Sie im Branchen-Schutzkonzept GST oder im Merkblatt für Arbeitgeber des SECO. Werden Schwangere weiterhin vor Ort beschäftigt, sollten die getroffenen Schutzmassnahmen zwischen Arbeitgeber/in und Arbeitnehmerin besprochen und schriftlich festgehalten werden.

Arbeitsrecht

Was, wenn sich die Angestellten auf dem Arbeitsweg im ÖV anstecken könnten?
Auch hier gilt, dass mit dem blossen Hinweis auf die Ansteckungsgefahr im ÖV die Arbeitnehmer nicht vom Arbeitsplatz fernbleiben dürfen. Erst wenn konkrete Anhaltspunkte für eine erhöhte Ansteckungsgefahr im ÖV bestehen, darf der Arbeitnehmer unter Umständen die Arbeit verweigern. Allerdings nur, wenn er seinen Arbeitsplatz nicht auch durch andere Verkehrsmittel in zumutbarer Zeit erreichen kann.

Was, wenn der öffentliche Verkehr vollständig oder teilweise ausfällt?
Wenn der öffentliche Verkehr vollständig oder teilweise ausfällt, trägt grundsätzlich der Arbeitgeber das Risiko der Lohnfortzahlung. Aber auch hier muss jeder Einzelfall gesondert beurteilt werden. Ist die Verwendung eines alternativen Verkehrsmittels durch den Arbeitnehmer zumutbar, so muss er sich darauf behaften lassen.

Was gilt, wenn ein Angestellter sein Kind aufgrund eines Verdachtsfalls oder einer Erkrankung betreuen muss?
Für die Pflege und Betreuung von kranken Kindern haben Eltern Anspruch auf je max. drei freie Tage bei voller Lohnfortzahlung. Für Kinder, die auf Eigeninitiative hin zuhause betreut werden, aber nicht krank sind, besteht kein gesetzlicher Lohnfortzahlungsanspruch. Die Eltern müssen sich um eine Ersatzbetreuung bemühen und sind nach wie vor verpflichtet, bei der Arbeit zu erscheinen. Eine Arbeitsverweigerung kann unter Umständen zu einer fristlosen Kündigung führen. Werden Schulen und Kindergärten auf behördliche Anordnung hin geschlossen und müssen die Kinder zuhause betreut werden, besteht hingegen ein zeitlich beschränkter Lohnfortzahlungsanspruch.

Weitere Informationen
Im FAQ «Pandemie und Betriebe» des SECO finden Sie weitere Ausführungen zu betrieblichen und arbeitsrechtlichen Fragen in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus.

Kurzarbeit

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Das Ziel der Kurzarbeit ist, Arbeitsplätze zu erhalten und Kündigungen zu vermeiden. Unternehmen können die Arbeitszeit der Mitarbeitenden vorübergehend reduzieren oder ganz einstellen. Der Verdienstausfall wird dabei durch die Arbeitslosenkasse getragen.
Der Vorteil für die Arbeitgeberin ist, dass sie für eine begrenzte Zeit einen Umsatzausfall überbrücken kann, ohne Arbeitnehmer/innen zu entlassen (und später Neue zu suchen). Der Vorteil für Arbeitnehmer/innen ist, dass sie ihre Arbeitsstelle bewahren und ihr Einkommen sichern können.

Der Bundesrat hat am 20. Januar 2021 die im Dezember 2020 eingeführten Änderungen des Covid-19-Gesetzes umgesetzt und den bereits bestehenden Massnahmenkatalog im Bereich Kurzarbeit erweitert: Die Karenzfrist wird rückwirkend per 1. September 2020 und bis zum 31. März 2021 aufgehoben. Auch wird die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) bei mehr als 85 Prozent Arbeitsausfall von vier Abrechnungsperioden zwischen dem 1. März 2020 und 31. März 2021 rückwirkend aufgehoben. Zudem wird der Anspruch auf KAE auf Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen und Lernende ausgeweitet. Die Anspruchserweiterung gilt bis zum 30. Juni 2021

Informationen zu Kurzarbeit (arbeit.swiss)

Voranmeldung
Zur Abwicklung der KAE sind ausschliesslich die COVID-19-Formulare zu verwenden, unabhängig von der Begründung der KAE.

Online-Formular zur Voranmeldung

Das Formular kann alternativ per Post eingereicht werden.
Formular für Voranmeldung (excl) - Bitte an die zuständige kantonale Amtsstelle senden
Liste der kantonalen Amtsstellen

Abrechnung
Für die Kurzarbeit muss zuhanden der zuständigen kantonalen Stelle eine Stundenabrechnung erstellt werden. Hierfür kann das Formular «COVID-19 Antrag und Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung» verwendet werden.

Formulare und FAQ zur Abrechnung (arbeit.swiss)

100% bei tiefen Löhnen
Das Parlament hat sich am 18. Dezember zudem auf einen zusätzlichen Artikel im Covid-19-Gesetz geeinigt. Demnach erhalten Personen mit einem Einkommen von bis zu CHF 3'470.00 bei Kurzarbeit 100 Prozent entschädigt. Bei Einkommen zwischen CHF 3'470.00 und 4'340.00 beträgt die Kurzarbeitsentschädigung bei vollständigem Verdienstausfall ebenfalls CHF 3'470.00; teilweise Verdienstausfälle werden anteilig berechnet. Die Einstufung von Teilzeitlöhnen findet anhand des auf ein Vollzeitpensum hochgerechneten Lohnes statt. Ab CHF 4'340.00 gilt die reguläre Entschädigung von 80 Prozent. Die Regelung ist direkt anwendbar. Sie gilt rückwirkend ab dem 1. Dezember 2020 und ist bis zum 31. März 2021 befristet. Das SECO wird hierzu entsprechende Weisungen erlassen.

Weiterführende Informationen
SECO-Infoline für Unternehmen:
Tel: +41 58 462 00 66 - Montag bis Freitag von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Kontaktformular «Neues Coronavirus»
E-Mail: coronavirus(at)seco.admin.ch

Die zuständige Kantonale Amtstelle (KAST) kann Ihnen alle grundsätzlichen Fragen bezüglich Voranmeldung und Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) beantworten. Für spezifische Fragen zu den KAE-Leistungen und -Abrechnungen ist die von Ihnen gewählte Arbeitslosenkasse zuständig.

Grenzsituation / Reisen in Risikoländer

Grenzüberschreitendes Arbeiten
Seit Anfang Juli 2020 wurde die Reisefreiheit und Personenfreizügigkeit im Schengenraum weitestgehend wieder eingeführt. Gesuche von Erwerbstätigen aus dem EU/EFTA-Raum werden bearbeitet und Tierarztpraxen können Tierärztinnen und Tierärzte aus Drittstaaten anstellen, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt oder sie diese dringend benötigen. Die Ausreise von Schweizer Tierärztinnen und Tierärzten in Nachbarländer zu beruflichen Zwecken richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht.

Reisen in Risikoländer 
In der Schweiz gilt zurzeit eine Quarantänepflicht für Einreisende aus bestimmten Staaten und Gebieten. Die Liste dieser Staaten und Gebiete wurde zuletzt am 29. Oktober 2020 aktualisiert. Personen, die sich in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko aufgehalten haben und danach in die Schweiz einreisen, müssen demnach in der Regel für 10 Tage in Quarantäne. Zu dieser Regelung gibt es Ausnahmen z. B. für Personen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens notwendig ist. In diesen Zusammenhang muss beachtet werden, dass ein negatives Testresultat weder die Quarantänepflicht noch die Dauer der Quarantäne aufhebt.

Lohnfortzahlung und EO-Erwerbsersatz
Für Ferienreisende, die nach ihrer Rückreise aus einem Risikoland in Quarantäne müssen, besteht eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers, wenn:

  • Sie von Ihrem Arbeitgeber in einen Staat oder ein Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko zur Arbeit entsendet werden und nach der Rückreise in die Schweiz in Quarantäne müssen;
  • Sie trotz Quarantäne arbeiten können, also im Homeoffice.

Ferienreisende, die nach ihrer Rückreise aus einem Risikoland in Quarantäne müssen und für die keine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers besteht, haben Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz, wenn:

  • Sie die Quarantäne unverschuldet antreten müssen. Unverschuldet heisst, dass Ihr Reiseziel zum Zeitpunkt Ihrer Abreise nicht auf der Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko stand und Sie zum Zeitpunkt der Abreise auch nicht aufgrund einer offiziellen Ankündigung wissen konnten, dass Ihr Reiseziel während Ihrer Reise auf diese Liste gesetzt wird.

    Die Auszahlung der Entschädigung für den Erwerbsausfall wegen der Coronakrise läuft über die AHV-Ausgleichskassen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Informationsstelle AHV/IV und der Webseite des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV.

Ferienreisende, deren Reiseziel sich bei der Ausreise bereits auf der Risikoliste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko befand, haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Weitere Informationen:
BAG: Liste Risikoländer und Informationen zur Quarantänepflicht
SEM: Coronabedingte Einreisebeschränkungen

 
TYPO3 Agentur