Trinkwasserinitiative: GST befürchtet negative Auswirkungen auf das Tierwohl

Dienstag, 04. Mai 2021

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) sagt Nein zur Trinkwasserinitiative. Diese könnte zu einer Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland führen. Landwirtschaftsbetriebe könnten zudem aus den Tierwohlprogrammen aussteigen.

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) anerkennt, dass sauberes Trinkwasser eine wichtige Lebensgrundlage ist. Die Initiative für sauberes Trinkwasser lehnt sie jedoch ab, weil die Folgen für das Tierwohl nicht abschätzbar sind. Die GST befürchtet, dass sich die Tierhaltung vermehrt ins Ausland verlagern könnte. Mehrimporte gefährden eine nachhaltige inländische Lebensmittelproduktion.

Die GST geht davon aus, dass bei einer Annahme der Initiative die inländische Produktion von tierischen Lebensmitteln stark zurückgehen würde. Insbesondere Schweinefleisch und Geflügel, aber auch Rindfleisch aus Mutterkuhhaltung, können heute nicht ohne ausländisches Futter produziert werden. In der Folge sind zunehmende Importe von Fleisch aus dem Ausland zu erwarten. Eine Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland ist jedoch nicht im Sinne des Tierwohls. Nur bei einer Produktion in der Schweiz können die hier geltenden Tierschutzstandards eingehalten werden. Zudem ist in der Schweiz eine sehr gute tiermedizinische Versorgung gewährleistet.

Die GST engagiert sich unter anderem in Tiergesundheitsorganisationen für eine Nutztierhaltung, welche das Tierwohl mehr ins Zentrum rückt. Sie bedauert, dass die AP 22+ sistiert wurde, welche die Stärkung der Tiergesundheit in der Landwirtschaft zum Ziel gehabt hätte. Die GST setzt sich für Anpassungen des Direktzahlungssystems zu Gunsten einer verbesserten Nutztierhaltung ein. Die Anbindung der Betriebe an die Tierwohlprogramme ist eine wichtige Basis dafür. Bei Annahme der Initiative wäre diese Entwicklung gefährdet. Grosse Landwirtschaftsbetriebe würden aus dem Direktzahlungssystem aussteigen und wären nicht mehr an die Vorgaben für eine tierfreundliche Haltung gebunden.

Weitere Auskünfte:
Medienstelle GST, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

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