Zurzeit kümmern sich genügend Tierärzte um Rind und Schwein

Dienstag, 19. Juni 2018

Aktuell sind in der Schweiz ausreichend Nutztierärzte tätig, damit eine gute Versorgung gewährleistet ist. Engpässe bestehen auf einzelne Regionen begrenzt. Praxen haben jedoch Mühe, neue in der Schweiz ausgebildete Nutztierärzte zu finden.

Tritt im Stall ein Notfall auf, ist der Tierarzt schnell vor Ort. Der Bauer muss im Schnitt weniger als eine halbe bis eine Stunde warten. Entsprechend gut beurteilen Landwirte die tierärztlichen Leistungen in der Schweiz. Die fachliche Betreuung ist in den letzten fünf Jahren sogar noch besser geworden. Dies zeigen erste Resultate einer Studie, welche das Veterinary Public Health Institut der Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern, durchgeführt hat.

An der Studie zur Versorgungslage in der Schweizer Nutztiermedizin haben 825 Landwirte und 171 Tierärztinnen und Tierärzte teilgenommen. Mehr als 80% der Bauern und der Tierärzte beurteilten die Versorgung in ihrer Region als gut oder sehr gut. Weniger als 20% der Tierärzte sprachen von einem Mangel an Nutztierärzten in ihrer Region. Engpässe betreffen vor allem Berg- und Randregionen sowie einzelne Kantone wie das Tessin. Rund ein Drittel der Praxen sind hingegen eher zu wenig ausgelastet.

Schwierig gestaltet sich offenbar die Situation für Nutztierpraxen, die offene Stellen haben. Die Mehrheit der Tierärzte sagte in der Studie aus, dass sie jeweils zu wenig Bewerbungen erhalten. 82% erhalten zur Hälfte oder mehr Bewerbungen von im Ausland ausgebildeten Tierärzten. Dies geht einher mit dem Fakt, dass die Zulassungen ausländischer Tierärzte in der Schweiz seit Jahren zunehmen.

Der steigende Anteil von Teilzeitpensen im Tierärzteberuf könnte die Suche nach Arbeitskräften zusätzlich erschweren. Bereits heute arbeitet in der Schweiz mehr als die Hälfte der Tierärztinnen und Tierärzte im Alter von 35 Jahren Teilzeit. Damit die Versorgungslage auch in Zukunft gut bleibt, braucht es genügend junge Nutztiermediziner aus dem Inland.

 

Trägerschaft der Studie

Die Studie zur Versorgungslage in der Nutztiermedizin wurde vom Veterinary Public Health Institut der Vetsuisse-Fakultät Bern in Zusammenarbeit mit folgenden Partnern durchgeführt:

  • Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)
  • Nutztierklinik der Vetsuisse-Fakultät Bern
  • Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte (VSKT)
  • Schweizer Bauernverband (SBV)
  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)

Die gesamte Studie wird voraussichtlich im Herbst 2018 publiziert.

 

Weitere Auskünfte:
Medienstelle GST, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

Prof. Dr.med.vet. Gertraud Schüpbach, Veterinary Public Health Institut, Vetsuisse-Fakultät Universität Bern, Tel. 031 631 57 30, Gertraud.Schuepbach(at)vetsuisse.unibe.ch

Medienmitteilung im PDF-Format

 

 

 
TYPO3 Agentur