In Teilzeitanstellung treu

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Tierärztinnen und Tierärzte bleiben ihrem Beruf treu, arbeiten aber zunehmend in Teilzeitpensen. Der Anteil der Angestellten ist zudem in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Dies zeigt eine aktuelle Laufbahnstudie der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST).

Weiblich, angestellt, im Teilzeitpensum tätig: Diese Eigenschaften kennzeichnen die neue Generation im Tierärzteberuf. Wie stark sich die Struktur der Tierärzteschaft innerhalb von 30 Jahren verändert hat, zeigt eine Studie der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST). Sie hat die Laufbahnen von 1767 Tierärztinnen und Tierärzten verglichen.

Die Verschiebungen lassen sich am besten am Beispiel der Tierärztinnen und Tierärzte im Alter von 35 Jahren erkennen. Vor 30 Jahren betrug der Frauenanteil in dieser Altersgruppe rund 20%, heute sind es gut 75%. Stark verändert hat sich der Beschäftigungsgrad. Mitte der 80er Jahre arbeiteten nur 8% der Tierärztinnen und Tierärzte im Alter von 35 Jahren Teilzeit. Heute sind es bereits mehr als die Hälfte. Ähnlich entwickelte sich die Erwerbsform: Waren vor 30 Jahren über 60% der 35-jährigen Tierärztinnen und Tierärzte selbständig, beträgt deren Anteil heute noch 22%.

Diese Entwicklungen stellen die Tierärztebranche vor grosse organisatorische Herausforderungen. Es fehlen Tierärztinnen und Tierärzte, welche die Teilzeitlücken schliessen. Aufgrund der Zulassungsbeschränkung beim Studium ist die Anzahl Studienabgänger seit Jahren ungefähr gleich.

Die Resultate der Studie zeigen andererseits, dass Tierärztinnen und Tierärzte, die in einer Praxis oder Klinik arbeiten, ihrer Tätigkeit in der Regel treu bleiben. 86% der Befragten, die im Alter von 30 Jahren in einer Praxis oder Klinik arbeiteten, taten dies auch mit 40 Jahren. Rund 8% wechselten in die Verwaltung oder Industrie. Dies steht entgegen einer bisherigen Vermutung in der Tierärzteschaft, dass viele Tierärztinnen in eine praxisferne Tätigkeit wechseln, wenn sie eine Familie gründen.

Treu bleiben die Tierärztinnen und Tierärzte während ihrer individuellen Laufbahn auch gegenüber der Tierart. Wer mit 30 Jahren mit Kleintieren arbeitete, tat dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 97% auch mit 40 Jahren noch. Bei Pferden war die Verbleibquote bei 72%, bei Nutztieren 79%. Tendenziell ist eine Bewegung weg von der reinen Nutztierausrichtung zu erkennen, was sicher mit der starken Zunahme des Kleintiersektors zusammenhängt. Zurzeit sind noch rund ein Viertel der 35-jährigen Tierärztinnen und Tierärzte im reinen Nutztierbereich tätig und über 50% im Kleintierbereich.

GST unterstützt Berufseinsteigende und Führungskräfte
Selbständig erwerbende Tierärztinnen und Tierärzte führen heute zunehmend grössere Praxen und Kliniken. Damit sind auch die Anforderungen an die Unternehmensführung gestiegen. Die GST hat aus diesem Grund den Lehrgang «Fit für die Unternehmensführung» für Tierärztinnen und Tierärzte in Führungspositionen entwickelt. Der erste Lehrgang ist im August dieses Jahres gestartet. Mit dem Projekt «Berufseinstieg» will die GST junge Tierärztinnen und Tierärzte beim Einstieg in die Praxis unterstützen und sie länger im Beruf halten. Die GST arbeitet hierfür eng mit der Universität zusammen.

Ein ausführlicher Bericht zu der Laufbahnstudie der GST ist in der aktuellen Ausgabe des Schweizer Archivs für Tierheilkunde (10/2017) erschienen. Dieser ist online zu finden.

Weitere Auskünfte:
Medienstelle GST, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

Medienmitteilung im PDF-Format

 

 

 
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