Zeitgemässe Regelung für den tierärztlichen Pikettdienst

Dienstag, 23. Mai 2017

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) setzt sich für eine Änderung der gesetzlichen Bestimmungen zur Sonntags- und Nachtarbeit in Tierarztpraxen ein. Sie will damit die Planbarkeit der Pikettdienste verbessern.

Die tierärztliche Notfallversorgung bedingt Pikettdienste in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen. Diese zu gewährleisten und gleichzeitig den Bedürfnissen der angestellten Tierärztinnen und Tierärzte gerecht zu werden, ist zunehmend schwieriger. Insbesondere kleinere Praxen mit bis zu vier Mitarbeitenden können die bestehenden Pikettdienstregelungen im Arbeitsgesetz kaum einhalten. Eine Änderung der Verordnung 2 des Arbeitsgesetzes soll jetzt zu einer praxistauglicheren Regelung führen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) unterstützt diese Anpassung, welche sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet.

Um eine bessere Planbarkeit zu erreichen, soll insbesondere der bisher vorgeschriebene zweiwöchige Unterbruch seit dem letzten Pikettdienst fallen gelassen werden. Somit wäre es künftig möglich, dass Angestellte regelmässig einmal in der Woche den Pikettdienst übernehmen. Eine neue Regelung wird notwendig, weil in den vergangenen Jahren die Zahl der Einzelpraxen abgenommen hat. Junge Tierärztinnen und Tierärzte arbeiten vermehrt als Angestellte und sind damit im Gegensatz zu selbständigen Praxisinhabern dem Arbeitsgesetz unterstellt. Das Bedürfnis nach geregelten Arbeitszeiten steigt, um Beruf und Familie vereinbaren zu können.

Die GST hat sich im vergangenen Jahr an das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) gewandt, mit dem Anliegen, eine praxistauglichere Regelung des Pikettdienstes zu finden. Praktisch parallel behandelte der Bundesrat eine entsprechende Motion aus dem Parlament. In seiner Antwort wünschte er, dass eine gangbare Lösung gefunden werde. Die aktuelle Vernehmlassung ist das Resultat dieser Vorstösse. Als Vertreterin der Schweizerischen Tierärzteschaft repräsentiert die GST sowohl die Interessen der Arbeitgeber- wie der Arbeitnehmerseite. Mit dem Verordnungsentwurf wurde eine für beide Seiten ausgewogene Vorlage gestaltet.

Den tierärztlichen Notfalldienst weiterhin an 365 Tagen während 24 Stunden gewährleisten zu können, wird in der Schweiz zunehmend zu einer Herausforderung. Dies gilt vor allem für den Nutztierbereich, wo die Notfallversorgung insbesondere in ländlichen Regionen schwierig abzudecken und kaum kostendeckend ist. Die Tierärzteschaft ist auf angemessene Rahmenbedingungen angewiesen, um die tiermedizinische Versorgung aufrechtzuerhalten.

Weitere Auskünfte:
Medienstelle GST, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

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