GST-Positionspapier «Männliche Kälber von Milchkühen»

Dienstag, 22. Dezember 2015

Kälbermast milchbetonter Rassen lohnt sich finanziell nicht. Immer häufiger werden männliche Nachkommen von Hochleistungsmilchkühen als tot geboren gemeldet oder sterben gemäss den Zahlen der Tierverkehrs-Datenbank in den ersten drei Lebenstagen. Eine der wahrscheinlichen Ursachen dafür ist, dass eine gewisse Anzahl dieser Kälber direkt nach der Geburt getötet oder im Krankheitsfall nicht behandelt und sterben gelassen wird. Die Gründe sind vorwiegend wirtschaftlicher Natur.

Aufzucht und Schlachtung männlicher Kälber von milchbetonten Kuhrassen bringen kaum noch einen Ertrag. Sie werden grundsätzlich mutterlos aufgezogen, damit die Milch des Muttertiers möglichst rasch vermarktet werden kann. Die mutterlose Aufzucht von Kälbern birgt jedoch zahlreiche Risiken und ist sehr arbeits- sowie zeitintensiv. Weiter setzen die Kälber nur wenig Fleisch an. Der Tierarzt wird als Kostenfaktor wahrgenommen, der den finanziell sonst schon knappen Rahmen definitiv sprengen würde.

Die Landwirtschaftspolitik setzt jedoch weiterhin auf grössere und weiter spezialisierte Betriebe, sodass für diese Kälber heute in den modernen Milchviehbetrieben sowohl Zeit, Wissen und der nötige Platz fehlen.

Das GST-Positionspapier, welches zusammen mit der Schweizerischen Vereinigung für Wiederkäuermedizin (SVW) erarbeitet wurde, gibt die Haltung und Lösungsansätze der GST zu dieser Problematik wieder:

GST-Positionspapier «Männliche Kälber von Milchkühen» (PDF)

GST-Positionspapiere

 
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