Enthornen von Zicklein: Tierärztinnen und Tierärzte sind dagegen

Freitag, 04. Dezember 2015

Immer noch werden ganz junge Ziegen enthornt, weil ein eventuelles Verletzungsrisiko der Ziegen oder des Tierhalters durch die Hörner bestehe. Dieser für die Zicklein schmerzhafte Eingriff ist stark umstritten. Ziegen mit Hörnern können problemlos in Ställen gehalten werden, wenn die richtigen Strukturen vorhanden sind.

Ein heikler Punkt beim Enthornen von Zicklein ist die Vollnarkose, weil eine Lokalanästhesie – wie sie bei der Enthornung von Kälbern angewendet wird – bei Zicklein nicht praktikabel ist. Eine Vollnarkose birgt ein grösseres Risiko für Zwischenfälle als eine medikamentöse Ruhigstellung. Falsche Dosierung, Lagerung oder hohe, bzw. tiefe Umgebungstemperaturen können zu einem Kreislaufzusammenbruch der kleinen Körper unter der Narkose führen.

Die verhältnismässig grosse zu verbrennende Fläche auf dem Köpfchen der Zicklein ist ein weiterer erheblicher Risikofaktor. Der Schädelknochen ist viel dünner als bei Kälbern und das Gehirn liegt direkt darunter. Wenn der heisse Enthornungsstab zu lange belassen wird oder der Druck zu gross ist, kann das Gehirn Schaden nehmen.

Aus diesen Gründen ist die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) und ihre Fachsektionen für Wiederkäuermedizin (SVW) und Tierschutz (STVT), gegen das Enthornen von Zicklein. Die Tierärztinnen und Tierärzte plädieren für eine artgerechte Haltung von behornten Ziegen mit genügend Platz und Strukturen zum Ausleben ihres natürlichen Verhaltens.

Weitere Auskünfte:
Medienstelle GST, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

Medienmitteilung im PDF-Format

 
TYPO3 Agentur