Keine Pferdefolter für Schweizer Tierarzneimittel

Freitag, 02. Oktober 2015

In der Sendung «Kassensturz» vom Dienstag, 29. September 2015, des Schweizer Fernsehens wurde über die Zustände auf südamerikanischen «Blutfarmen» berichtet. Das zur Herstellung von PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin) benötigte Pferdeblut wird offenbar unter widerlichsten Bedingungen gewonnen. Mitglieder des Tierschutzbundes Zürich hatten in Uruguay recherchiert und gefilmt.

Grundsätzlich müssen die TierärztInnen sich darauf verlassen können, dass in der Schweiz operierende Pharma-Unternehmen sich korrekt verhalten und ihre tierischen Rohstoffe unter tierschützerisch (nach Schweizer oder Europäischem Standard) akzeptablen Bedingungen gewonnen werden. Die GST hatte bis anhin keine Kenntnis über die offenbar skandalösen Umstände, unter denen das Hormon gewonnen wird.

Wenn diese Informationen stimmen, sind die gezeigten Methoden zur Blutgewinnung aus Sicht der GST inakzeptabel und klar abzulehnen. Es kann nicht sein, dass die Pferde solchen Leiden ausgesetzt werden und Medikamente, welche unter solchen Bedingungen produziert werden, auf den Markt gelangen. Der Hersteller sollte klar vermehrt und gezielt Kontrollen verlangen oder selber durchführen.

Ziel der GST und deren Mitglieder sind gesunde Tiere, Achtung der Tierwürde und artgerechte Haltungsbedingungen. Wenn diese Medikamente ausschliesslich unter tierschutzwidrigen Bedingungen produziert werden können, empfehlen wir unseren Mitgliedern, die Medikamente nicht mehr zu verwenden.

Die GST hat den Geschäftsführer von MSD, Joachim Haag, direkt mit den gemachten Vorwürfen konfrontiert. Zu unserer Entlastung wurden wir informiert, dass die MSD kein Blutplasma von der im Kassensturzbericht gezeigten Farm bezieht. MSD bezieht zwar Blutplasma aus Südamerika (Chile und Uruguay), jedoch auch aus europäischer Produktion. MSD hat bereits konkrete Schritte eingeleitet und wird alle Farmen, von welchen sie Blutplasma beziehen, umgehend auditieren. Sollten auf diesen Farmen Zustände wie im gezeigten Beitrag herrschen, wird die Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Hersteller eingestellt. Zudem gibt es sehr wohl tierschützerische Standards, die von der Firma verlangt werden. MSD ist vom Kassensturzbericht sehr betroffen und distanziert sich nachdrücklich von dieser Vorgehensweise. Der GST liegt zudem eine offizielle Stellungnahme von MSD vor.

Bericht «Kassensturz»

 
TYPO3 Agentur