Notfallbehandlung von Tieren

Mittwoch, 09. September 2015

Aufgrund der aktuellen Thematik in den Medien weist die GST auf die gesetzlichen Pflichten der Tierärzteschaft bei Notfällen hin.

Gemäss Art. 40 lit. g Medizinalberufegesetz (MedBG) besteht eine grundsätzliche Beistandspflicht der Medizinalpersonen sowie die Pflicht, bei Notfalldiensten mitzuwirken. Die Beistandspflicht gilt auch gegenüber Tieren. Erforderlich ist, dass ein Tier dringende medizinische Hilfe benötigt. In den kantonalen Gesetzen sind weitere Ausführungen zur Beistandspflicht von Medizinalpersonen ausgeführt. In Art. 3 Abs. 3 der Standesordnung der GST steht geschrieben: «In Notfällen ist jeder Tierarzt auch ohne vorgängigen Auftrag zur Leistung der ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet».

Die Pflicht zur Hilfeleistung besteht also in einer medizinischen Erstbehandlung. In Notfällen kommen oft Neukunden in die Tierarztpraxis; Barzahlung und Bezahlung mit EC- oder Kreditkarte ist gerade bei Notfallkunschaft ein effektives Mittel, um Zahlungsausstande zu vermeiden. Ist ein Kunde zahlungsunfähig, so darf dies nicht dazu führen, dass ein Tier unnötig leiden muss. In einer solchen Situation muss mindestens die kostengünstigste Behandlung angeboten werden. Im schlimmsten Fall kann dies bedeuten, dass aufgrund der finanziellen Situation des Kunden eine Euthanasierung in Betracht gezogen werden muss, um das Tier von seinen Leiden zu befreien. Es kann von einem Tierarzt nicht verlangt werden, dass ohne garantierte Kostendeckung aufwändige Behandlungen oder Operationen vorgenommen werden.

GST-Mitglieder können sich bei Unsicherheiten an den Rechtsdienst der GST wenden:
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