Kastration wilder Kater und Kätzinnen in der Schweiz

Freitag, 19. Juni 2015

In den letzten Monaten wurde in verschiedenen Schweizer Medien darüber berichtet, wie der natürliche Trieb der Katzen dafür sorgt, dass sie auf Vögel in ihrer Umgebung Jagd machen. Die meisten Vögel sterben dabei durch wilde Katzen, da diese auf die natürliche Fleischbeute angewiesen sind. Eines der effizientesten Mittel für den Schutz der Vogelpopulation in der Schweiz und in Europa ist, die Anzahl der wilden Katzen zu kontrollieren.

Davon abgesehen drängt sich aus weiteren Gründen die konsequente Kastration wilder Katzen auf: Revierkämpfe, Krankheiten, Parasitenbefall. In Österreich und einigen deutschen Städten besteht bereits ein Kastrationsobligatorium für freilaufende Hauskatzen.

Ebenso führt manchmal eine unkontrollierte Vermehrung der Katzenpopulation auf Bauernhöfen zu untragbaren Situationen: Zu viele Katzen müssen auf zu engem Raum leben. Es ergeben sich Kämpfe und einzelne Katzen müssen das Territorium verlassen und sind danach auf sich alleine gestellt und verwildern. Auf Grund der hohen Katzendichte können sich auch vermehrt Krankheiten ausbreiten, was zu Schwäche und Leiden der Tiere führt.

Da ein Bauernhof gesunde Katzen braucht, manchmal aber die finanziellen Mittel für die Kastration fehlen, gehen viele Schweizer Bauern bereits seit längerer Zeit zusammen mit den Tierschutzvereinigungen und den Tierärzten mit gutem Beispiel voran: In sämtlichen Schweizer Kantonen organisieren die kantonalen Tierschutzorganisationen Katzenkastrations-Aktionen. Bauern und Bäuerinnen können einen Antrag für eine finanzielle Vergünstigung für die Kastration stellen. Die Katzenkastrationsaktionen für verwilderte Katzen und Bauernhofkatzen werden von verschiedenen Tierschutzorganisationen und von den meisten mitmachenden Tierärzten mit grosszügigen finanziellen Beiträgen und Reduktion der Operationskosten unterstützt.

Das Angebot des Schweizer Tierschutz STS und seiner 70 Sektionen führt jedes Jahr zur Kastration von rund 10‘000 Katzen, mit einem finanziellen Aufwand von ca. 250‘000 Fr. Weiter sind es Organisationen wie NetAP (Network for Animal Protection), die sich zusammen mit Tierärzten mit regelmässigen, ehrenamtlichen Aktionen für das Einfangen und Kastrieren wilder Katzen in der ganzen Schweiz einsetzen. Die Kontrolle der Population wilder Katzen verbessert nicht nur deren Lebensqualität, sondern vermindert auch die Jagd auf Vögel und sollte deshalb weiterhin unterstützt und gefördert werden.

Katzenkastrations-Aktionen der kantonalen Tierschutzorganisationen
www.tierschutz.com/sektionen

Weiterführende Informationen
www.netap.ch: Tierschutzorganisation NetAP
Merkblatt vom Schweizer Tierschutz STS: «Katzen kastrieren statt töten»
NZZ-Artikel vom 04.10.2013: «Katzen sollen unters Messer»

Weitere Auskünfte
Medienstelle GST, Telefon 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

Medienmitteilung als PDF

Eine Medienmitteilung der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) und ihren Fachsektionen Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin (SVK) und Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (STVT).

 
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