TPA-Abschlussprüfungen 2014 und Umfrage

Donnerstag, 18. September 2014

Mit den Diplomprüfungen 2014 an den Berufsschulen in Zürich, Bern, Luzern und Lausanne haben 182 Lernende ihre Lehre mit dem eidgenössischen Fähigkeitsausweis zur diplomierten TPA erfolgreich abgeschlossen. Die GST gratuliert den neuen TPA herzlich und wünscht ihnen bei der Ausübung ihres Berufes Freude und Erfolg. Dank gebührt allen Tierärztinnen und Tierärzten, die sich in der TPA-Ausbildung engagieren.

Diese Ausbildung ist attraktiv, die Zahl der Lernenden ist über die letzten 10 Jahre stetig angestiegen, die Erfolgsrate bei den Lehrabschlussprüfungen mit 91% nach wie vor sehr gut.

Auswertung der TPA Umfrage
Seit 10 Jahren führt die Organisation der Arbeitswelt TPA (OdA TPA, vormals TPA-Kommission der GST) in Zusammenarbeit mit den Schulen kurz vor den Abschlussprüfungen eine Umfrage bei Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern durch.

Die Ergebnisse 2014
Die grosse Mehrheit (80%) der neuen TPA, die bei Lehrabschluss bereits eine Anstellung gefunden haben (65% der Diplomandinnen), bleiben in der Praxis, in der sie ihre Lehre absolviert haben. Ein Drittel der Lehrabgängerinnen hat nach Lehrabschluss jedoch noch keine Stelle gefunden. Dieses Ergebnis muss bei der Überarbeitung des Bildungsplans berücksichtigt werden – entspricht die TPA-Ausbildung den Bedürfnissen in der Tierarztpraxis?

Die Lernenden (28%), die nach Abschluss der Lehre den Beruf nicht weiter ausüben wollen, begründen dies mit dem tiefem Lohnniveau und Neuausrichtung ihrer beruflichen Interessen. Unzufriedenheit während der Lehre begründen die Lernenden in der Umfrage mit fehlender Unterstützung, Anerkennung der Arbeit und begrenztem Aufgabengebiet. Die TPA-Lernenden hätten gerne mehr Verantwortung.

Es besteht ein grosses Interesse an Weiterbildungsmöglichkeiten für TPA. 30 bis 40% der Lehrabgänger wünschen sich, neben regelmässigen Fortbildungen, eine Spezialisierung in unterschiedlichsten Bereichen. Meistgenannt sind dabei: Anästhesie, Komplementärmedizin, Lehrmeisterausbildung, Pferdemedizin, Labor.

Die Berufsmatur wird von 20% der Lehrabgänger abgestrebt. Nach bisherigen Erfahrungen absolvieren jedoch nur 2-3% der Lernenden eine Berufsmatur berufsbegleitend. Erst wenige Tierärzte unterstützen diese Möglichkeit. Die Lernenden müssten wegen der Ausbildung einen weiteren Tag in der Praxis fehlen. Zudem üben Lernende mit Berufsmatura in der Regel ihren Beruf nicht mehr aus, sondern orientieren sich neu.

Revision des Bildungsplans TPA
Die Ziele und Anforderungen an die berufliche Grundbildung der TPA müssen von Gesetzes wegen mindestens alle fünf Jahre auf ihre Aktualität überprüft werden. Die GST als Mitträgerin der OdA TPA hat dazu Ende 2013 eine Umfrage bei allen GST und VSTPA Mitgliedern durchgeführt. Auch hier ist eines der Ergebnisse das Bedürfnis nach Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie Spezialisierung für TPA.

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des TPA-Beauftragten der GST, Ruedi Kunzmann, mit Vertreterinnen der SKOBEQ (Kommission für Berufsentwicklung und Qualität), der OdA TPA, der GST-Geschäftsstelle, sowie den verantwortlichen Stellen beim Bund und bei den Kantonen überarbeitet zurzeit den Bildungsplan und die Bildungsverordnung für TPA-EFZ. Die Ergebnisse der Umfrage sowie teilweise geänderte gesetzliche Vorgaben bilden die Grundlage der Überarbeitung.

Der aktuelle Bildungsplan entspricht grossmehrheitlich den heutigen Anforderungen, es wird daher nur eine Teilrevision notwendig sein. Im Rahmen einer Vernehmlassung werden ausbildende Tierärzte, TPA sowie die an der Ausbildung beteiligten Institutionen zu den vorgeschlagenen Änderungen Stellung nehmen können. Der Termin dazu wurde noch nicht festgelegt.

 
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