Tierärztinnen und Tierärzte sorgen für eine flächendeckende Nutztiergesundheit von hoher Qualität

Freitag, 14. März 2014

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST hat zum zurzeit thematisierten «Nutztierärztemangel» in mehreren Interviews Stellung genommen. Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren kann kein einheitliches Bild zur Lage der Nutztierärzte gezeichnet werden. Soll der Beruf des Nutztierarztes auch in Zukunft attraktiv sein, ist entscheidend, dass Nutztierärztinnen und Nutztierärzte für ihre Leistungen weiterhin angemessen entschädigt werden.

Die Tierärzteschaft erbringt eine beachtliche Leistung in der Nutztiergesundheit. In der Schweiz besteht eine flächendeckende Versorgung durch Nutztierärzte von hoher Qualität. Dies gilt auch für Notfälle zu nächtlicher Stunde. Aus verschiedenen Regionen, insbesondere aus solchen mit einer geringen Nutztierdichte, werden jedoch Stimmen laut, die auf einen kommenden Nutztierärztemangel hinweisen.

Kostendruck bedroht das Dienstleistungsangebot
Der Kostendruck in der Landwirtschaft sowie auf die Produktion von Lebensmitteln ist gross und hat Einfluss auf die Ertragssituation bei den Tierärzten. Wenn zudem Gemeinschaftspraxen grössere Gebietseinheiten betreuen, entstehen längere Anfahrtswege und höhere Kosten, die Rentabilität geht zurück. Weitere Gegebenheiten wirken eher mindernd auf die Attraktivität des Berufs. Schwierige oder unklare Nachfolgeregelungen, eine zeitlich hohe Belastung, ein im Vergleich zu anderen akademischen Berufen tiefer Lohn oder ganz einfach der «harte Job». Der zunehmende Frauenanteil beim Tierärzteberuf führt zudem zu mehr Teilzeitbeschäftigung und zu Absenzen während der Mutterschaft. Es gibt folglich einige Gründe, die zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit von tierärztlichen Dienstleistungen führen könnten. Allerdings nimmt die GST auch Stimmen wahr, die von einer rückläufigen Nachfrage seitens der Landwirtschaft berichten. Dies könnte mit dem rückläufigen Nutztierbestand zusammenhängen. Die Agrarpolitik 2014–2017 wird diesen Trend eher noch verstärken. Die Ausgangslage, um heute in eine Nutztierpraxis zu investieren, ist sicherlich nicht ideal.

Nutztiermedizin nach wie vor beliebt
Die Nutztiermedizin ist im Studium immer noch ein sehr beliebtes Schwerpunktfach. Allerdings verbleiben viele Tierärztinnen und Tierärzte später nicht lange in diesem Beruf. Die Gründe dazu sind schwierig zu bestimmen. Die GST versucht, mit einer früheren und individuelleren Studienbegleitung und Vorbereitung auf den Berufsalltag die Quote der Abspringer zu reduzieren. Noch in diesem Jahr startet an den Veterinärmedizinischen Fakultäten in Bern und Zürich ein Mentoring-Programm. Eine Herausforderung in den bestehenden Praxen ist eine Nachfolgeregelung zu finden. Dazu bietet die GST in Managementseminaren eine zielgerichtete Beratung an. Weiter kann der Trend hin zu Gemeinschaftspraxen die Tierärzteschaft bei der hohen Präsenzzeit entlasten.

Der GST ist es ein Anliegen, ein aktuelles Bild über die Verfügbarkeit von Nutztierärzten zu erhalten. Dazu sind jedoch verlässliche und regional differenzierte Angaben nötig. Soll der Beruf des Nutztierarztes auch in Zukunft attraktiv sein, ist entscheidend, dass Nutztierärztinnen und Nutztierärzte für ihre Leistungen angemessen entschädigt werden und mit dem Ertrag eine Praxis längerfristig sichern können und zwar zu zeitgemässen, betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen. Ist das nicht möglich, werden sich mit grosser Wahrscheinlichkeit Versorgungslücken abzeichnen.

Weitere Auskünfte:
Christof Scheidegger, Leiter Kommunikation, Tel. 031 307 35 37, media(at)gstsvs.ch

 
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