Veterinär-Labordiagnostiker

Durch die wissenschaftliche Ausbildung in Fächern wie Bakteriologie, Virologie, Parasitologie, Anatomie oder klinische Chemie können Tierärztinnen und Tierärzte spannende Arbeiten in der Diagnostik und Forschung übernehmen.

Tierärztinnen und Tierärzte, die in einem Diagnostiklabor arbeiten, sind auf der Suche nach Krankheitsursachen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Krankheiten und Therapien. Untersucht werden Proben aller Art. Die mögliche Analysepalette reicht von Blutbildern, Ausstrichen von Urin und Blut bis hin zu zahlreichen Spezial-Methoden.

Die Labordiagnostiker sind wichtige Partner für die Praktiker aber auch für die Tierärzte im öffentlichen Dienst, da sie eine schnelle und korrekte Identifikation von Erregern ermöglichen und damit z.B. die Sicherheit von Lebensmitteln tierischer Herkunft sicherstellen.

Typische Tätigkeiten

  • Durchführen und Auswerten von Untersuchungen im Labor
  • Erkennen von Krankheitsbildern für eine rasche Therapiewahl
  • Qualitätssicherung von tierärztlicher Diagnostik
  • Vorbeugen von Krankheiten und Seuchen
  • Entwickeln neuer Verfahren für das Erkennen von Krankheiten
  • Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit
  • Koordination von Datenbanken
  • Beratung von Tierärztinnen und Tierärzten

Arbeitszeit
Geregelte Arbeitszeiten. 45-Stunden-Woche. Dienste am Wochenende möglich.

Perspektiven
Spezialisierung in einem Fachgebiet
Inhaberschaft/Teilhaberschaft eines Labors
Karriere an der Universität oder in einem spezialisierten Diagnostiklabor

Der Stellenmarkt in der Schweiz ist begrenzt, es bestehen aber interessante Möglichkeiten im Ausland.

Urs Gilli, Bereichsleiter Serologie und Vakzine in einem grossen Labor

«Neue Wege aufzuzeigen, gehört zu meiner Arbeit.»

 

Warum haben Sie sich für die Arbeit im Labor entschieden?
Ursprünglich wollte ich mich Richtung Praxis orientieren. Nach meinem Studium habe ich aber meine Doktorarbeit geschrieben und dabei mit Zellkulturen und Entzündungszellen gearbeitet. Die Beschäftigung mit tieferen wissenschaftlichen Grundlagen fand ich sehr spannend. Ich habe an einer Lungenkrankheit bei Pferden geforscht. Dabei habe ich viel darüber gelernt, wie Entzündungen entstehen und wie sich Krankheiten entwickeln. Ich bekam die Möglichkeit, in einem anderen Labor weiter Forschung zu betreiben und machte so meinen Weg.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Mein Fachgebiet sind Antikörpertests und Impfstoffe. Wir erhalten Proben aus Tierarztpraxen und untersuchen zum Beispiel, woran ein Tier genau erkrankt ist. Ich interpretiere Laborresultate und bespreche die Schlussfolgerungen mit den Tierärztinnen und Tierärzten. Ich arbeite zudem mit Ämtern zusammen, etwa wenn es darum geht, Proben auf Tierseuchen zu untersuchen.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit?
Meine Arbeit ist sehr gut vernetzt mit anderen tierärztlichen Tätigkeiten. Ich habe jeden Tag Bezug zur Praxis und zudem viele Möglichkeiten, mich spezifisch weiterzubilden. Spannend finde ich das Entwickeln von Tests für neue Krankheitserreger. Es gehört zu meiner Arbeit, neue Wege in der Diagnostik aufzuzeigen.

Wie unterscheidet sich Ihre Forschung von der an der Universität?

Ich arbeite in einem privaten Labor, das Teil eines weltweiten Konzerns ist. Dadurch unterliegt unsere Forschung und Entwicklung stärker einem wirtschaftlichen Druck. Forschung wird nur betrieben, wenn sie auch finanziell rentabel ist. An der Universität hat man selber mehr Einfluss auf die Fragestellung und beschäftigt sich mehr mit Grundlagenforschung.

Was ist wichtig, um in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein?

Als Labortierarzt muss ich mich mit meinen Kunden austauschen können. Nicht immer ver-treten diese die gleiche Meinung wie ich, mit welchen Mitteln man zu einer verlässlichen Diagnose gelangt. Auf Kundenwünsche eingehen zu können und Kompromisse zu finden, ist wichtig für den Erfolg. Entscheidend ist zudem, ein gutes Netzwerk zu pflegen.

 
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