Die Kleintierärztin / der Kleintierarzt

Haustieren werden als Familienmitglieder betrachtet und die Tierhaltenden möchten alles für die Gesundheit ihres Tieres tun. Die Möglichkeiten in der Kleintiermedizin sind sehr weit fortgeschritten. Hier müssen Tierärztinnen und Tierärzte beraten und zwischen den nötigen medizinischen Massnahmen, den Bedürfnissen der Kundschaft und vor allem der Lebensqualität der Tiere abwägen. 

Typische Tätigkeiten

  • Allgemeine Untersuchungen, Impfungen und Entwurmungen sowie die Identifikation und Registrierung der Tiere
  • Abklärung von einfachen und komplizierteren inneren Erkrankungen
  • Kastrationen und Sterilisationen
  • Röntgen und andere bildgebende Untersuchungen
  • Orthopädische Abklärungen (Lahmheiten)
  • Chirurgische Eingriffe
  • Intensivmedizin
  • Beratung der Tierbesitzerinnen und -besitzer in Sachen Fütterung, Haltung, Zucht sowie Erziehungs- und Verhaltensfragen

Arbeitszeit
45 Stunden pro Woche, Notfalldienst in der Nacht und am Wochenende

Perspektiven
Spezialisierung in einem Fachgebiet
Inhaberschaft/Teilhaberschaft einer Praxis oder Klinik
Karriere an der Universität

Aude Sahli, Tierärztin in einer Kleintierpraxis im Waadtland

«Als Kleintierärztin muss ich gut zuhören können.»

 

Wie sieht Ihr Berufsweg aus?
Direkt nach dem Studium habe ich eine Stelle in der Kleintierpraxis gefunden, in der ich noch heute arbeite. Ich habe mich für Kleintiere entschieden, weil ich eher mit Tieren arbeiten wollte, die zum Vergnügen und nicht der Wirtschaftlichkeit wegen gehalten werden. Zudem mochte ich diese schon immer gerne. Weil ich mir selber auch vorstellen könnte, zum Beispiel bei Rückenschmerzen alternative Heilmethoden in Anspruch zu nehmen, habe ich mich in Frankreich zusätzlich zur Tierosteopathin weitergebildet.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Der Kontakt mit Tieren und Menschen ist sehr bereichernd. Ich arbeite in einem kleinen Team und kann den Austausch mit den Kollegen pflegen. Jeder Tag ist anders, ich erlebe fröhliche und traurige Geschichten. Man weiss nie, wann ein Notfall kommt. Das macht den Beruf sehr abwechslungsreich.

Was ist wichtig im Umgang mit den Tierbesitzerinnen und -besitzern?
Der Besitzer muss die Behandlung mittragen und spielt daher eine wichtige Rolle beim Entscheid, welche Behandlung gewählt wird. In der Praxis sehe ich nur das Tier, es muss jedoch auch das Umfeld berücksichtigt werden, in dem das Tier normalerweise lebt. Daher muss ich als Kleintierärztin gut zuhören können und auch die Geschichte dahinter sehen.

Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?

Ich bin zurzeit zu einem 75%-Pensum angestellt. Daneben biete ich an zwei Tagen pro Woche Behandlungen in der Osteopathie an Diese Aufteilung gefällt mir sehr gut. Später könnte ich mir vorstellen, selber Teilhaberin einer Kleintierpraxis zu werden.

 
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