Tierarzneimittel

Sollen kranke Tiere behandelt und ihnen die Wiederherstellung eines guten Gesundheitszustandes ermöglicht werden, so ist die Verwendung von Tierarzneimitteln (TAM) unerlässlich. Dabei trägt der Tierarzt bei der Wahl, der Dosierung und der Verabreichung der Medikamente eine grosse Verantwortung. Auch vom Gesetzgeber wird dem Tierarzt eine zentrale Rolle im Bereich der TAM zugeweisen (Tierarzneimittelverordnung vom 1.9.2004).

Ein optimale Behandlung ist grundsätzlich nur möglich, wenn der Tierarzt den Gesundheitszustand und die Krankengeschichte des Patienten kennt, und so eine möglichst genaue Diagnose stellen kann. Eine intensive Aus- und Weiterbildung in Tiermedizin, insbesondere Innere Medizin, Tierpathologie und tierärztlicher Arzneimittelkunde ist unerlässlich, um Zwischenfälle mit oft schwerwiegenden Konsequenzen zu vermeiden:

  • Fehldiagnosen, welche die Wahl eines ungeeigneten Medikamentes nach sich ziehen 
  • Ungenaue Dosierung, welche das Leben des Tieres in Gefahr bringt oder die Behandlung dadurch unwirksam macht
  • Reaktion einer Unverträglichkeit auf Produkte der Humanmedizin oder auf eine Verbindung mehrerer Medikamente.

Bei der Behandlung von Nutztieren ist die Verantwortung des Tierarztes ganz besonders wichtig. Es geht nämlich nicht nur darum, dem Tier (oder einer Tiergruppe) die bestmögliche Behandlung anzuwenden, sondern auch jedes Risiko von Medikamentenrückständen in Lebensmitteln aus tierischer Produktion (Milch, Fleisch, Eier) zu vermeiden. Deshalb ist der Tierarzt darauf bedacht, TAM so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich einzusetzen und dabei die aktuellsten Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu berücksichtigen.

Darüber hinaus berät er den Tierhalter und zeigt ihm die zu ergreifenden Massnahmen auf, damit seine Tiere in gutem Gesundheitszustand bleiben und er z.B. als Nutztierhalter unbedenkliche Lebensmittel in den Handel bringen kann.

Der Tierarzt ist also sehr viel mehr als nur ein Verschreiber von Tierarzneimitteln; er ist der Berater des Tierhalters in allen Fragen des Gebrauchs dieser Produkte. Zwischen dem Tierarzt und seinem Kunden muss sich eine Vertrauensbasis entwickeln, unabhängig ob es sich beim Kunden um einen Besitzer von Haus- oder Nutztieren handelt.

Die GST engagiert sich ständig dafür, dass die Weiterbildung ihrer Mitglieder auf diesem Gebiet erfolgt und der gesetzliche Rahmen sowohl für die Tierärzte wie auch für die Tierbesitzer wirksam und realistisch bleibt.

 
TYPO3 Agentur